Live From Deathrow


Musik
von Andrea Molino

Texte u.a. von William Shakespeare, Khalil Gibran, W.H. Auden, Erich Fromm und von zum Tode verurteilten Menschen

Video von Oliviero Toscani

Ensemble

Szenische Umsetzung Peter Beat Wyrsch

Video Oliviero Toscani
Kamera Rocco Toscani, Brice Compagnon
Audio Design Martin Jann
Live-Electronics und Klangregie Wolfgang Heiniger; Elektronisches Studio der Musikhochschule Basel

Solo Vocalist David Moss


Instrumentalensemble
Solo Alt-, Tenor-, Bariton- und Bass-Saxophon
C-, Alt- und Bassflöte, Bassklarinette, Schlagzeugtrio, Klavier, Viola, Violoncello, Kontrabass, E-Bass

Live from Deathrow

We are such stuff
as dreams
are made of

and our
little life

is rounded
with a sleep


W. Shakespeare "The tempest"

 

Live From Deathrow

 

Das Thema des Projektes ist die Todesstrafe und das menschliche Antlitz dahinter. Authentisches Interviewmaterial zeigt Menschen in einer beengten Zelle, die ihrer Exekution entgegensehen - und das nicht selten in der Gewissheit unschuldig zu sein. Die Fälle sind nicht nur menschliche Tragödien, sondern spiegeln die unwürdige Situation des „Wartens auf den Tag X“ wieder. Dieses Gefühl zu vermitteln, ist Ziel des Projektes.

Das Musiktheaterprojekt besteht aus verschiedenen eigenständigen Aufführungssequenzen, die an verschiedenen Orten in unterschiedlichen Ländern über einen längeren Zeitraum vorgestellt werden.

 

Nach dem erfolgreichen Start in Nürnberg im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Live from death row" werden wir im Jahr 2003 an außergewöhnlichen Spielorten in Mailand, Genf und Wien auftreten. Den Abschluss dieser Reihe bildet dann ein Konzert in New York Ende des Jahres 2003.

Nach dem erfolgreichen Start in Nürnberg im rahmen der Veranstaltungsreihe Live from deathrow wurde das Programm auch in Mailand unter der Schirmherrschaft von Corriera della sera und in New York gezeigt.

Das Statement eines ganz besonderen Besuchers der Veranstaltung in New York:


"As a former American Death Row Prisoner, I was awed as I listened to the remarkable composition, by composer Andrea Molino, Those who speak in a faint voice. I was, literally, captured by the combinations of voice and instrument. They both combined to bring back the depth of feelings I felt as a human being waiting to die. The composition reached into the feelings and emotions of the condemned and allowed the public to share this, till now, far removed and isolated experience. There are moments of deep despair, followed by faint glimmers of hope. There are moments when reality is a thing we chased, and found and lost. This composition is a must for all humanity to experience. I encourage anyone with a soul to catch it whenever the opportunity is available.

On behalf of all the condemned, the world over, I offer my deepest complements to composer Andrea Molino, the musicians and the rest of the cast. Those who speak with a faint voice is, indeed, a remarkable musical experience."

Lawrence Hayes

USA


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Live from Deathrow
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UN-Moratorium


Live from Deathrow - Content

Give me but one day
one laugh, one joy, one love
and I shall look not for tomorrow ...

Al Cunningham, San Quentin

 


Live From Deathrow


Das Projekt will mit Hilfe von verschiedenen Medien (wie Musik, Video, Licht und Ton) als Dokumentations- und Gestaltungselement eine künstlerische und emotionale Aussage treffen. Es hat keinen endgültigen Charakter im Sinne eines abgeschlossenen Werkes, sondern will eher ein offenes Forum für Statements, Dokumentation und künstlerische Verarbeitung der Gefühls- und Gedankenwelten sein.

Das Musiktheaterprojekt arbeitet mit starken optischen Akzenten und Spielszenen; die emotionale Intensität der Musik wird dennoch genützt und rückt in den Mittelpunkt der Präsentation.


"...such stuff, as dreams are mode of"
“faint voices”
"the black thread and the white"
"...its own sound, vou know..."
"dreams"
"have mercy upon me, o god, in your goodness"
"time"
"...nothing but a grain of sand"
"faces"


Wesentlicher Teil des Projektes ist eine von Andrea Molino „komponierte“ Auswahl von Videomaterial, das Oliviero Toscani für sein Projekt We, On Death Row in verschiedenen Gefängnissen in den USA gedreht hat. Die Stimmen der Insassen, die interviewt wurden, spielen auch eine "musikalische" Rolle: sie werden von den Instrumenten live "begleitet", die Komposition benutzt teilweise die Rhythmen und "Melodien", die bei den gesprochenen Stimmen der Insassen in den Interviews zu hören sind, um die musikalische Struktur zu bauen.


"Those Who Speak In A Faint Voice erzählt von Menschen, die gleichzeitig unsere Schatten sind. Es sind die Gesichtlosen, die wir im Namen einer Sehnsucht nach Rache, die wir als Gerechtigkeit maskieren, zum Tode schicken; die Namenlosen, auf die unsere Unfähigkeit, den dunklen Teil von uns selbst zu verstehen, projizieren. Kriminelle. Mörder. Un-Menschen." Andrea Molino


"You cannot seperate the just from the unjust and the good from the wicked; for they stay together before the face of the sum even as the black thread and the white are woven together. And when the black thread breaks, the weaver shall look into the whole cloth, and he shall examine the loom also." Khalil Gibran, The Prophet


"Die, die wir aus der Gesellschaft oder gar aus der menschlichen Gemeinschaft ausschließen wollen – sagt der amerikanische Richter William Brennan – sprechen oft mit einer viel zu leisen Stimme, um gegen den Ruf der Gesellschaft nach Vergeltung gehört zu werden. Mit diesem Projekt wollen wir weder ihre Stimme lauter machen, noch die Gräuel, die sie verursacht haben sollen, herunterspielen. Wir wollen vielmehr einige Augenblicke lang, mit den Bildern und der Musik, eine Stille schaffen, so dass sie gehört werden können" Andrea Molino


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